Der Basiswert: TSH
TSH ist kein Schilddrüsenhormon, sondern das Signal der Hirnanhangsdrüse an die Schilddrüse. Es funktioniert wie ein Thermostat: Produziert die Schilddrüse zu wenig, steigt das TSH; produziert sie zu viel, sinkt es. Deshalb ist TSH so empfindlich – und deshalb beginnt fast jede Abklärung damit.
Ein einzelner abweichender TSH-Wert ist allerdings noch keine Diagnose. Akute Erkrankungen, Stress, Medikamente und sogar die Tageszeit beeinflussen ihn. Bevor wir eine Therapie beginnen, bestätigen wir einen auffälligen Wert daher in der Regel durch eine zweite Messung.
Auf einen Blick
- Labor: TSH als Basiswert, dazu fT3 und fT4 sowie Antikörper je nach Fragestellung
- Ultraschall: Größe, Struktur, Durchblutung, Knoten, Halslymphknoten – strahlungsfrei
- Feinnadelpunktion: Zellentnahme unter Ultraschallsicht, wenige Minuten, meist ohne Betäubung
- Szintigraphie und Radiojodtherapie: in Kooperation mit einem nuklearmedizinischen Zentrum
- Dauer: Erstabklärung mit Gespräch, Blutabnahme und Ultraschall meist 30 bis 45 Minuten
- Bitte beachten: L-Thyroxin am Untersuchungstag erst nach der Blutabnahme einnehmen

Das Labor im Haus
Wir bestimmen die Schilddrüsenwerte direkt bei uns. Das verkürzt nicht nur die Wartezeit auf den Befund, sondern erlaubt uns auch, kurzfristig einen einzelnen Wert nachzubestimmen, wenn das Bild nicht zusammenpasst.
Welche Werte sinnvoll sind, entscheidet die Fragestellung. Eine Routinekontrolle bei gut eingestellter Unterfunktion braucht deutlich weniger als eine Erstabklärung mit Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung.
Die wichtigsten Laborwerte
| Wert | Was er zeigt | Wann wir ihn bestimmen |
|---|---|---|
| TSH | Steuersignal der Hirnanhangsdrüse | immer |
| fT4 (freies Thyroxin) | Speicherhormon im Blut | bei auffälligem TSH |
| fT3 (freies Trijodthyronin) | aktives Hormon | vor allem bei Verdacht auf Überfunktion |
| TPO-Antikörper | Hinweis auf Hashimoto-Thyreoiditis | bei Unterfunktion, Kinderwunsch, unklarem Befund |
| Tg-Antikörper | zweiter Autoimmunmarker | ergänzend |
| TRAK | Hinweis auf Morbus Basedow | bei Überfunktion |
| Thyreoglobulin | Verlaufsmarker nach Schilddrüsenkrebs | in der Nachsorge |
Die Tabelle ersetzt keine individuelle Beurteilung. Welche Werte in Ihrem Fall sinnvoll sind, besprechen wir im Termin.

Der Ultraschall
Der Ultraschall zeigt, was das Labor nicht zeigen kann: wie groß die Schilddrüse ist, wie ihr Gewebe aussieht, ob Knoten vorliegen und wie gut sie durchblutet ist. Bei Hashimoto etwa ist das Gewebe typischerweise dunkler und unruhiger als bei einer gesunden Schilddrüse.
Die Untersuchung dauert wenige Minuten, ist schmerzfrei, kommt ohne Strahlung aus und lässt sich beliebig oft wiederholen. Sie liegen dabei entspannt mit leicht überstrecktem Kopf, ein warmes Gel stellt den Kontakt zum Schallkopf her.
Die Feinnadelpunktion
Knoten in der Schilddrüse sind häufig und in weit über neunzig Prozent der Fälle gutartig. Zeigt ein Knoten im Ultraschall jedoch bestimmte Merkmale oder überschreitet er eine gewisse Größe, klären wir ihn mit einer Feinnadelpunktion genauer ab.
Dabei wird unter Ultraschallsicht mit einer sehr dünnen Nadel – dünner als bei einer Blutabnahme – eine kleine Menge Zellen entnommen und im Labor beurteilt. Der Eingriff dauert wenige Minuten, braucht in der Regel keine Betäubung und Sie können danach ganz normal Ihren Tag fortsetzen.
Häufige Fragen
Tut die Feinnadelpunktion weh?
Die meisten Patientinnen beschreiben sie als weniger unangenehm als eine Blutabnahme. Die verwendete Nadel ist sehr dünn, der Einstich dauert nur Sekunden. Ein leichtes Druckgefühl am Hals kann für ein bis zwei Tage bleiben.
Wie oft soll ich die Schilddrüse kontrollieren lassen?
Das hängt vom Befund ab. Bei stabil eingestellter Unterfunktion genügt meist eine jährliche Kontrolle. Nach einer Dosisänderung messen wir nach sechs bis acht Wochen nach. Knoten kontrollieren wir je nach Größe und Ultraschallbild in Abständen von sechs bis vierundzwanzig Monaten.
Warum wurde bei mir nur TSH bestimmt?
Weil TSH der empfindlichste Einzelwert ist. Liegt er im Normbereich und haben Sie keine Beschwerden, bringen zusätzliche Hormonwerte in der Regel keinen Erkenntnisgewinn. Sobald das TSH abweicht oder Beschwerden bestehen, erweitern wir die Bestimmung.