Typische Beschwerden
- schneller, kräftiger oder unregelmäßiger Herzschlag
- innere Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit
- vermehrtes Schwitzen und Wärmeempfindlichkeit
- feines Zittern der Hände
- Gewichtsverlust trotz gutem oder gesteigertem Appetit
- häufiger Stuhlgang bis hin zu Durchfall
- Schlafstörungen und Erschöpfung trotz Unruhe
- schwächere oder ausbleibende Regelblutungen
- Haarausfall und dünner werdende Haut
Auf einen Blick
- Typisch: Herzklopfen, innere Unruhe, Schwitzen, Zittern, Schlafstörungen, Gewichtsverlust
- Häufigste Ursachen: Morbus Basedow und die sogenannte Autonomie
- Diagnose: TSH, fT3, fT4, TRAK und Ultraschall mit Durchblutungsmessung
- Behandlung: Thyreostatika, bei Bedarf Betablocker gegen die Herzbeschwerden
- Dauerhafte Lösungen: Radiojodtherapie oder Operation – wir organisieren beides
- Termin: online buchen oder telefonisch unter +43 1 5333 654

„Ich dachte, es sei Stress“
Herzklopfen, Nervosität und Schlafprobleme werden fast reflexhaft dem Stress zugeschrieben. Bei einer Überfunktion hält das Muster aber an, auch wenn sich die Lebensumstände beruhigen – und es kommen Wärmeempfindlichkeit, Zittern und Gewichtsverlust dazu.
Wenn Sie sich hier wiederfinden, ist die Abklärung schnell erledigt: ein Bluttest genügt für die erste Antwort. Ein unterdrücktes TSH bei erhöhtem fT4 oder fT3 sichert die Diagnose.
Die beiden häufigsten Ursachen
Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung: Antikörper (TRAK) stimulieren die Schilddrüse dauerhaft. Sie betrifft überwiegend jüngere Frauen. In manchen Fällen sind auch die Augen beteiligt – sie treten hervor, brennen oder tränen. Das nennt man endokrine Orbitopathie und behandeln wir gemeinsam mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt.
Die Autonomie entsteht, wenn sich Bezirke der Schilddrüse der übergeordneten Steuerung entziehen und unabhängig Hormone produzieren – oft in Form eines „heißen“ Knotens. Sie betrifft eher ältere Menschen und entwickelt sich langsam. Näheres unter Schilddrüsenknoten und Struma.
Seltener stecken eine vorübergehende Entzündung, eine zu hohe L-Thyroxin-Dosis oder jodhaltige Medikamente und Kontrastmittel dahinter.
Wie behandelt wird
Zuerst wird die Hormonproduktion mit Thyreostatika gebremst. Sie wirken nicht sofort, weil die Schilddrüse zunächst noch von ihrem Speicher lebt – gegen Herzklopfen und Unruhe helfen in dieser Zeit Betablocker.
Bei Morbus Basedow versucht man zunächst eine Therapie über etwa zwölf bis achtzehn Monate. Danach bleibt bei einem Teil der Patientinnen die Erkrankung dauerhaft ruhig. Kommt sie zurück oder liegt eine Autonomie vor, ist eine dauerhafte Lösung sinnvoll: Radiojodtherapie oder Operation.
Der Weg zur Diagnose
Labor
TSH, fT4, fT3
Antikörper
TRAK zur Unterscheidung Basedow / Autonomie
Ultraschall
Struktur, Knoten, Durchblutung
Therapieplan
medikamentös, dann Entscheidung über die Dauerlösung
Häufige Fragen
Muss ich bei Überfunktion auf Jod verzichten?
Auf jodiertes Speisesalz und normale Lebensmittel müssen Sie nicht verzichten. Meiden sollten Sie hochdosierte Jodpräparate, Algen- und Seetangprodukte sowie – nach Rücksprache – jodhaltige Röntgenkontrastmittel. Sagen Sie vor einer Computertomographie bitte immer, dass eine Überfunktion besteht.
Wie lange dauert es, bis die Medikamente wirken?
Die Blutwerte bessern sich meist innerhalb von zwei bis sechs Wochen, das Befinden folgt oft etwas später. Gegen Herzklopfen und Zittern wirken Betablocker dagegen schon nach wenigen Tagen.
Kann ich mit einer Überfunktion schwanger werden?
Ja, sie sollte aber vorher gut eingestellt sein, und die Wahl des Medikaments ändert sich in der Schwangerschaft. Bitte planen Sie das mit uns gemeinsam – siehe auch Schilddrüse in Schwangerschaft und Stillzeit.