Die wichtigsten Formen
- Papilläres Karzinom: mit Abstand am häufigsten, wächst langsam, sehr gute Heilungsaussichten
- Follikuläres Karzinom: ebenfalls gut behandelbar, Diagnose oft erst nach der Operation möglich
- Medulläres Karzinom: selten, geht von anderen Zellen aus, kann familiär gehäuft auftreten
- Anaplastisches Karzinom: sehr selten, aggressiv, braucht eine rasche spezialisierte Behandlung
Die ersten beiden Formen machen zusammen den weit überwiegenden Teil aus – und es sind genau die mit der guten Prognose.
Auf einen Blick
- Häufigkeit: selten – und mit sehr guter Prognose bei den häufigen Formen
- Beginn: fast immer ein auffälliger Knoten im Ultraschall
- Sicherheit bringt: die Feinnadelpunktion, in manchen Fällen erst die Operation
- Behandlung: Operation, je nach Risiko ergänzt durch Radiojodtherapie
- Nachsorge bei uns: Thyreoglobulin, Ultraschall und die richtige TSH-Einstellung
- Termin: online buchen oder telefonisch unter +43 1 5333 654

Vom Verdacht zur Klarheit
Ein auffälliger Ultraschallbefund ist noch keine Diagnose. Der nächste Schritt ist die Feinnadelpunktion, die in den meisten Fällen bereits Klarheit schafft. Bleibt der Befund unklar, ist manchmal erst die feingewebliche Untersuchung nach einer Operation eindeutig.
Wir sagen Ihnen in dieser Zeit ehrlich, was wir wissen und was noch offen ist – und wir lassen Sie mit dem Warten nicht allein. Termine für die nächsten Schritte bekommen Sie zeitnah.
Die Behandlung
Standard ist die operative Entfernung – je nach Befund die betroffene Hälfte oder die gesamte Schilddrüse, bei Bedarf zusammen mit Lymphknoten des Halses. Wir vermitteln Sie dafür an eine spezialisierte chirurgische Abteilung.
Bei bestimmten Befunden folgt eine Radiojodtherapie, die verbliebenes Schilddrüsengewebe gezielt ausschaltet. Sie findet in einer nuklearmedizinischen Einrichtung statt und erfordert einige Tage stationären Aufenthalt.
Nach vollständiger Entfernung der Schilddrüse ist L-Thyroxin dauerhaft notwendig – nicht als Therapie des Tumors, sondern als Ersatz für das fehlende Organ. Je nach Risiko wird die Dosis so gewählt, dass das TSH etwas niedriger liegt als üblich.
Der Weg im Überblick
Auffälliger Knoten
Ultraschall zeigt Risikomerkmale
Feinnadelpunktion
Zellentnahme unter Ultraschallsicht
Operation
in einer spezialisierten Chirurgie
Nachsorge
Labor, Ultraschall, Einstellung bei uns
Nachsorge bei uns
Nach der Behandlung übernehmen wir die laufende Betreuung. Dazu gehören:
- die Bestimmung von Thyreoglobulin als Verlaufsmarker
- der Ultraschall von Halsregion und Lymphknoten
- die Kontrolle und Anpassung der L-Thyroxin-Dosis
- die Kontrolle von Kalzium und Nebenschilddrüsenfunktion, wenn diese bei der Operation betroffen war
Die Abstände richten sich nach dem Risikoprofil und werden mit der Zeit größer. In den ersten Jahren sehen wir uns häufiger, später meist einmal jährlich.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Risiko, dass mein Knoten bösartig ist?
Über alle Knoten gerechnet liegt es unter fünf Prozent. Zeigt der Ultraschall keine Risikomerkmale, ist es noch einmal deutlich geringer. Genau deshalb punktieren wir nicht jeden Knoten, sondern nur die auffälligen.
Fühlt man Schilddrüsenkrebs?
In frühen Stadien meist nicht. Anhaltende Heiserkeit, ein rasch wachsender Knoten oder tastbare Lymphknoten am Hals sollten aber immer abgeklärt werden.
Kann ich nach der Behandlung normal leben?
Ja. Nach abgeschlossener Behandlung und mit gut eingestellten Werten gibt es in der Regel keine Einschränkungen – Beruf, Sport, Reisen und auch eine Schwangerschaft sind möglich. Letztere sollte zeitlich mit uns abgestimmt werden.