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Woman & Health
Schilddrüsen-Team

SCHILDDRÜSE IM ALLTAG

Gewicht, Wechseljahre und die Schilddrüse

Kaum ein Thema führt zu so vielen Missverständnissen wie die Schilddrüse und das Gewicht. Sie hat tatsächlich Einfluss – aber deutlich weniger, als ihr oft zugeschrieben wird. Und in den Wechseljahren überlagern sich die Beschwerden so stark, dass ohne Blutbild kaum jemand auseinanderhalten kann, woher was kommt.

Auf dieser Seite trennen wir das, was belegt ist, von dem, was gern behauptet wird.

Was die Schilddrüse beim Gewicht wirklich tut

Die Schilddrüsenhormone bestimmen den Grundumsatz mit – also die Energie, die der Körper in Ruhe verbraucht. Bei einer ausgeprägten Unterfunktion sinkt er messbar, und der Körper lagert zusätzlich Wasser ein.

In Zahlen: Die meisten Frauen nehmen durch eine unbehandelte Unterfunktion wenige Kilogramm zu, und ein erheblicher Teil davon ist Wasser. Nach der Einstellung verschwindet meist genau dieser Anteil wieder – der Rest verhält sich wie bei allen anderen auch.

Auf einen Blick

  • Größenordnung: eine unbehandelte Unterfunktion erklärt meist nur wenige Kilogramm
  • Davon: ein großer Teil ist eingelagertes Wasser, nicht Fett
  • Wichtig: L-Thyroxin ist kein Abnehmmittel – eine Überdosierung schadet Herz und Knochen
  • Verwechslungsgefahr: Wechseljahre und Unterfunktion haben sehr ähnliche Beschwerden
  • Klärung: ein einfacher Bluttest trennt die beiden zuverlässig
  • Termin: online buchen oder telefonisch unter +43 1 5333 654
Frau Anfang fünfzig beim Spaziergang im Freien

Wechseljahre oder Schilddrüse?

Erschöpfung, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Haarausfall, unregelmäßige Blutungen, Konzentrationsprobleme: Diese Liste passt auf beide. Und beide beginnen typischerweise in derselben Lebensphase.

Deshalb bestimmen wir bei Frauen um die fünfzig mit solchen Beschwerden grundsätzlich auch die Schilddrüsenwerte, bevor alles den Wechseljahren zugeschrieben wird. Nicht selten liegt beides gleichzeitig vor – dann behandeln wir auch beides.

Was eher wofür spricht

Beschwerdeeher Wechseljahreeher Unterfunktion
Hitzewallungen, Schweißausbrüchetypischuntypisch – hier eher Frieren
Kälteempfindlichkeituntypischtypisch
Trockene Hautmöglichtypisch, oft auch kühl und teigig
Verstopfungweniger typischtypisch
Zyklusveränderungtypisch, meist seltener werdendtypisch, oft stärker und länger
Schlafstörungentypischmöglich

Diese Gegenüberstellung ist eine Orientierung, keine Diagnose. Sicherheit bringt nur die Blutabnahme.

Und wenn die Werte in Ordnung sind?

Dann ist das kein Trostpreis, sondern eine brauchbare Information: Die Schilddrüse ist es nicht. Damit fällt eine mögliche Ursache weg, und wir können gezielt weitersuchen – bei den Wechseljahren, beim Eisen- oder Vitamin-D-Status, beim Schlaf, bei der Belastungssituation.

Weil Gynäkologie, Innere Medizin und Ernährungsberatung bei Woman & Health im selben Haus sind, muss dieser nächste Schritt keine neue Suche nach einer Ordination bedeuten.

Häufige Fragen

Ich nehme L-Thyroxin und trotzdem zu. Stimmt die Dosis nicht?

Wenn TSH und fT4 im Zielbereich liegen, ist die Dosis richtig – und dann ist die Gewichtszunahme mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht die Schilddrüse. Eine Dosiserhöhung würde in diesem Fall nicht helfen, sondern schaden.

Bringt eine „Schilddrüsenkur“ zum Abnehmen etwas?

Nein. Angebote, die Schilddrüsenhormone oder hochdosiertes Jod zum Abnehmen vermarkten, sind medizinisch nicht vertretbar und bergen echte Risiken für Herz und Knochen.

Beeinflusst eine Hormontherapie in den Wechseljahren die Schilddrüse?

Eine Östrogentherapie kann den Bedarf an L-Thyroxin erhöhen, weil mehr Bindungseiweiß gebildet wird. Wenn Sie eine Hormontherapie beginnen oder beenden, kontrollieren wir die Schilddrüsenwerte daher einige Wochen später nach.

Ihre Schilddrüse in guten Händen

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