Wie ein Knoten auffällt
Kleine Knoten machen keine Beschwerden. Größere oder eine insgesamt vergrößerte Schilddrüse können sich bemerkbar machen durch:
- ein Druck- oder Engegefühl am Hals, oft als „Knödel im Hals“ beschrieben
- Zunahme des Halsumfangs, ein Kragen wird enger
- Schluckstörungen
- Heiserkeit oder eine veränderte Stimme
- einen tastbaren Knoten
Am häufigsten fällt ein Knoten aber ohne jedes Symptom auf – im Ultraschall, der aus anderem Grund gemacht wurde.
Auf einen Blick
- Häufigkeit: Knoten sind sehr häufig und in über 95 Prozent der Fälle gutartig
- Erste Schritte: TSH bestimmen und hochauflösender Ultraschall
- Heiß oder kalt: „heiße“ Knoten produzieren selbst Hormone, „kalte“ tun das nicht
- Feinnadelpunktion: nur bei auffälligem Ultraschallbild oder relevanter Größe
- Struma: heißt schlicht „vergrößerte Schilddrüse“ – ohne Aussage über die Ursache
- Termin: online buchen oder telefonisch unter +43 1 5333 654

Was wir uns ansehen
Im Ultraschall beurteilen wir jeden Knoten nach denselben Merkmalen: Größe, Form, Begrenzung, Echomuster, Verkalkungen und Durchblutung. Daraus ergibt sich eine Risikoeinschätzung, die international einheitlich beschrieben wird.
Parallel bestimmen wir das TSH. Ist es unterdrückt, spricht das für einen hormonproduzierenden – „heißen“ – Knoten. Dann folgt eine Szintigraphie, die wir mit einem nuklearmedizinischen Zentrum organisieren.
Heiß oder kalt?
Die Begriffe stammen aus der Szintigraphie und beschreiben, ob ein Knoten Hormone produziert:
- Heißer Knoten: produziert eigenständig Hormone. Er ist praktisch nie bösartig, kann aber zu einer Überfunktion führen.
- Kalter Knoten: produziert keine Hormone. Auch er ist meist gutartig – hier lohnt sich aber die genauere Abklärung.
Wann punktiert wird – und wann nicht
Eine Feinnadelpunktion ist keine Routine für jeden Knoten. Wir empfehlen sie, wenn der Ultraschall Risikomerkmale zeigt – etwa ein sehr echoarmes Muster, Mikroverkalkungen, unscharfe Ränder oder eine Form, die höher als breit ist – oder wenn ein unauffälliger Knoten eine bestimmte Größe überschreitet.
Bei einem klar gutartig wirkenden, kleinen Knoten ist Kontrollieren die bessere Entscheidung als Punktieren. Wie eine Feinnadelpunktion abläuft, lesen Sie unter Diagnostik.
Was danach passiert
Der häufigste Fall: Der Knoten ist unauffällig, die Werte sind normal, und wir kontrollieren ihn in einem festgelegten Abstand – je nach Größe und Ultraschallbild alle sechs bis vierundzwanzig Monate.
Führt ein Knoten zu einer Überfunktion, behandeln wir diese. Ist er auffällig oder verdrängt er durch seine Größe Luft- oder Speiseröhre, besprechen wir eine Operation und vermitteln Sie an eine spezialisierte Chirurgie – die Nachbetreuung übernehmen wieder wir.
Häufige Fragen
Muss ein Knoten immer entfernt werden?
Nein, im Gegenteil: Die meisten Knoten werden nur beobachtet. Operiert wird, wenn ein Verdacht auf Bösartigkeit besteht, wenn ein Knoten so groß ist, dass er Beschwerden macht, oder wenn eine Überfunktion anders nicht in den Griff zu bekommen ist.
Wachsen Knoten immer weiter?
Viele bleiben über Jahre unverändert. Manche wachsen langsam, einzelne schrumpfen sogar. Genau deshalb kontrollieren wir – nicht, weil eine Verschlechterung zu erwarten wäre, sondern um eine Veränderung früh zu bemerken.
Ist ein Knoten erblich?
Eine Neigung zu Knoten und Struma liegt tatsächlich häufig in der Familie. Erwähnen Sie im Gespräch daher bitte, ob Mutter, Schwester oder Großmutter Schilddrüsenprobleme hatten – das beeinflusst, wie engmaschig wir kontrollieren.